Eine Domain für den Verein meldest du am besten auf den Verein selbst an, also mit dem eingetragenen Namen und der Vereinsanschrift als Inhaber, nicht auf ein Vorstandsmitglied privat. Für deutsche Vereine passt meist .de für 2,99 € im Jahr. Wichtig ist, dass mindestens zwei Personen die Zugangsdaten kennen und diese bei einem Vorstandswechsel übergeben werden.
Fast jeder, der länger im Vereinsvorstand sitzt, kennt die Geschichte: Die Website lief jahrelang, dann zog der Kassenwart weg, der sie einst eingerichtet hatte. Niemand hatte das Passwort. Die Domain lief aus, und ein Händler für abgelaufene Domains hat sie sich geschnappt. Das lässt sich mit einer halben Stunde Vorbereitung verhindern.
Wer wird Inhaber der Domain für den Verein?
Inhaber ist, wer im Datensatz der Registry steht. Ihm gehört die Domain rechtlich. Für einen eingetragenen Verein (e.V.) heißt das: Der Verein selbst wird Inhaber, mit dem Namen aus dem Vereinsregister und der offiziellen Anschrift.
| Inhaber-Eintrag | Bewertung |
|---|---|
| „Turnverein Musterstadt 1890 e.V.“, Vereinsanschrift | Richtig |
| Vorsitzender privat, Privatadresse | Riskant: Bei Streit oder Tod wird es kompliziert |
| Webdesigner oder Agentur | Vermeiden |
| Ein Mitglied, „weil es schnell gehen musste“ | Später übertragen |
Das Kundenkonto beim Registrar kann trotzdem auf eine Person laufen. Wichtig ist nur, dass die Inhaberschaft beim Verein liegt und mehrere Leute ins Konto kommen.
Steht schon eine Privatperson als Inhaber drin, lässt sich das ändern. Man nennt das Inhaberwechsel, er läuft über den Registrar und braucht die Zustimmung des bisherigen Inhabers. Leichter geht das, solange alle noch miteinander reden.
Welche Endung passt zum Verein?
Für die meisten Vereine in Deutschland ist .de die beste Wahl. Mitglieder und Gäste tippen sie aus Gewohnheit, und sie gehört zu den günstigsten Endungen.
| Endung | Preis pro Jahr | Wann sinnvoll |
|---|---|---|
| .de | 2,99 € | Standard für deutsche Vereine |
| .org | 15,99 € | Internationale oder gemeinnützige Organisationen |
| .eu | 10,99 € | Europäische Partnerschaften |
| .berlin | 53,99 € | Starke lokale Verankerung in Berlin |
| .koeln | 34,99 € | Kölner Vereine |
| .bayern | 33,99 € | Bayerischer Bezug |
Eine Endung wie .verein gibt es nicht. Einen allgemeinen Vergleich findest du im Ratgeber Welche Domain-Endung passt?.
Den richtigen Namen finden
Vereinsnamen sind oft lang. „Freiwillige Feuerwehr Musterdorf Förderverein e.V.“ passt in keine Adresszeile. Bewährt haben sich:
- Abkürzung plus Ort:
tv-musterstadt.de,sv-musterdorf.de - Die Kurzform, die ihr ohnehin nutzt:
ffw-musterdorf.de - Ohne Gründungsjahr: Das „1890“ merkt sich niemand.
Viele Kürzel wie tsv- oder sv- sind in größeren Orten schon vergeben. Probier ein paar Varianten aus, zum Beispiel mit der Domain-Suche für tv-musterstadt.de. Die Suche zeigt dann auch, welche anderen Endungen frei sind.
E-Mail-Adressen für Vorstand und Abteilungen
Eine Vereinsdomain hat einen großen praktischen Vorteil: funktionsbezogene Adressen. Statt der privaten Adresse des Kassenwarts steht auf dem Flyer [email protected]. Wechselt das Amt, änderst du nur, wohin die Mails gehen.
Typische Adressen:
- vorstand@
- kasse@
- jugend@
- info@ oder kontakt@
Für viele Vereine reichen Weiterleitungen: Die Mails an kasse@ landen im privaten Postfach der Person, die das Amt gerade hat. Wie das funktioniert und wo die Grenzen liegen, erklärt der Ratgeber zur E-Mail-Weiterleitung mit eigener Domain. Sollen mehrere Leute auf dieselben Mails zugreifen oder Antworten als kasse@ verschickt werden, sind echte Postfächer besser, siehe E-Mail mit eigener Domain.
Die Übergabe-Checkliste für den Vorstand
Legt diese Informationen in die Vereinsunterlagen, digital und auf Papier:
- Name des Registrars und Kundennummer
- Login-E-Mail des Kundenkontos (am besten eine Vereinsadresse, nicht privat)
- Wer die Zwei-Faktor-Anmeldung auf dem Handy hat, plus Wiederherstellungscodes
- Ablaufdatum der Domain und Zahlungsweg (Vereinskonto, Vereinskarte)
- Wo die Website läuft und wer dort Zugang hat
- Wo die E-Mail-Postfächer liegen und wer Admin ist
Mindestens zwei Personen sollten Zugang haben, etwa Vorsitz und Schriftführung. Bei jedem Vorstandswechsel geht die Liste durch: Passwort ändern, neue Person eintragen, alte austragen.
Wenn die Domain schon auf eine Privatperson läuft
Das ist der häufigste Fall in älteren Vereinen. Kein Grund zur Panik, aber ein Grund, es in einem ruhigen Moment zu erledigen und nicht erst, wenn jemand austritt.
So gehst du vor:
- Inhaber herausfinden. Bei .de zeigt die öffentliche Whois-Abfrage der DENIC heute keine Personendaten mehr. Frag also den Registrar oder schau in die Rechnungen: Wer zahlt jedes Jahr?
- Mit der Person sprechen. Sie muss dem Inhaberwechsel zustimmen. Meist ist das kein Problem, wenn man erklärt, dass es um die Absicherung des Vereins geht.
- Wechsel beim Registrar beantragen. Die meisten Registrare haben dafür ein Formular oder eine Funktion im Kundenkonto. Neuer Inhaber ist der e.V. mit Anschrift.
- Kundenkonto übertragen oder ein neues Vereinskonto anlegen und die Domain dorthin verschieben.
- Im Protokoll festhalten, dass die Domain dem Verein gehört und wer Zugang hat.
Ist die Person nicht mehr erreichbar, wird es aufwendig. Dann hilft zuerst der Registrar weiter, im Zweifel die Vereinsberatung eures Dachverbands oder ein Anwalt.
Auslaufen verhindern
Vereinsdomains gehen fast nie durch Angriffe verloren, sondern durch vergessene Zahlungen. Die Karte des früheren Kassenwarts ist abgelaufen, die Mahnung ging an eine Adresse, die niemand mehr liest. Nach dem Ablauf gibt es bei .de zwar eine Wiederherstellungsfrist von 30 Tagen, die Rückholung kostet aber extra, und danach ist die Domain für alle frei.
Drei einfache Vorkehrungen:
- Login- und Rechnungsadresse ist eine Vereinsadresse wie vorstand@, die an mehrere Personen geht.
- Gezahlt wird vom Vereinskonto, nicht von einer privaten Karte.
- Die Verlängerung steht als Termin im Vereinskalender, vier Wochen vor Ablauf.
Was die Vereinsdomain im Jahr kostet
Die Domain selbst kostet bei betadomain 2,99 € im Jahr, ohne Erhöhung bei der Verlängerung. Dazu kommen je nach Bedarf:
| Posten | Grobe Spanne |
|---|---|
| .de-Domain | 2,99 € pro Jahr |
| E-Mail-Weiterleitungen | oft im Mail- oder Hosting-Paket enthalten |
| Echte Postfächer | etwa 1 bis 5 € pro Postfach und Monat |
| Website mit Baukasten | etwa 10 bis 25 € pro Monat |
| WordPress auf Webspace | etwa 3 bis 10 € pro Monat |
Die Werte sind Erfahrungswerte, keine Angebote einzelner Firmen. Ob Baukasten oder WordPress besser zu einem Verein mit wechselnden Ehrenamtlichen passt, vergleicht Homepage-Baukasten oder WordPress.
Der erste Schritt bleibt derselbe: Vorstand kurz abstimmen, wer Zugang bekommt, dann die .org-Domain oder lieber die .de auf den Verein registrieren.
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Häufige Fragen
Kann ein nicht eingetragener Verein Domain-Inhaber sein?
Ein nicht rechtsfähiger Verein ist rechtlich schwieriger zu greifen. In der Praxis wird dann oft eine Person als Inhaber eingetragen. Haltet in einem Vorstandsbeschluss fest, dass die Domain dem Verein zusteht und bei einem Wechsel übertragen wird.
Ist .org für deutsche Vereine besser als .de?
Nicht automatisch. .org ist international und wird mit gemeinnützigen Organisationen verbunden, hat aber keine Zugangsprüfung. Für einen Sportverein in Deutschland ist .de vertrauter und günstiger. .org lohnt sich bei Organisationen mit internationalem Bezug.
Braucht die Vereinswebsite ein Impressum?
In der Regel ja. Nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) brauchen geschäftsmäßige Online-Angebote ein Impressum, und Vereinsseiten fallen meist darunter. Dazu gehören Name des Vereins, Anschrift, vertretungsberechtigter Vorstand und Registereintrag.
Was kostet eine Vereinsdomain mit E-Mail-Adressen?
Die .de-Domain kostet 2,99 € im Jahr. Für E-Mail-Postfächer kommen je nach Anbieter etwa 1 bis 5 € pro Postfach und Monat dazu. Reine Weiterleitungen auf private Adressen sind günstiger und für viele Vereine ausreichend.