Homepage-Baukasten oder WordPress? Ein ehrlicher Vergleich

Aktualisiert: 4 Min. Lesezeit Redaktion easy4host
Kurz gesagt

Ein Homepage-Baukasten ist die bessere Wahl, wenn du schnell eine kleine Website willst und dich nicht um Technik kümmern möchtest: Hosting, Updates und Sicherheit übernimmt der Anbieter. WordPress lohnt sich, wenn du viele Inhalte planst, Funktionen erweitern willst oder unabhängig vom Anbieter bleiben möchtest. Dafür bist du für Updates und Sicherungen selbst verantwortlich.

In Gesprächen über die erste Website kommt die Frage fast immer: „Baukasten oder WordPress?“ Meistens folgt eine Liste von Funktionen. Dabei entscheidet etwas anderes, nämlich wer sich in drei Jahren noch um die Seite kümmert.

Homepage-Baukasten oder WordPress: der Kernunterschied

Ein Homepage-Baukasten ist ein Komplettpaket. Du mietest Software, Speicherplatz und Vorlagen bei einem Anbieter und baust die Seite im Browser per Ziehen und Ablegen. Bekannte Anbieter sind Wix, Jimdo, Squarespace und WordPress.com.

WordPress (von wordpress.org) ist eine freie Software für Websites. Du installierst sie bei einem Webhoster, also einem Anbieter, der Speicherplatz für Websites vermietet. Rund um WordPress gibt es zehntausende Erweiterungen, sogenannte Plugins, und Designvorlagen, die Themes.

Der Unterschied in einem Satz: Beim Baukasten mietest du eine fertige Wohnung, bei WordPress baust du in einem gemieteten Rohbau selbst aus.

Vergleich in der Übersicht

KriteriumBaukastenWordPress (selbst gehostet)
Start bis erste Seite onlineStundenein bis zwei Tage
Bedienungsehr einsteigerfreundlichEinarbeitung nötig
Updates und SicherheitAnbieterdu selbst
Designfreiheitinnerhalb der Vorlagensehr groß
Funktionen erweiternApp-Markt des Anbieterszehntausende Plugins
Blog, viele Inhaltegut bis mittelsehr gut
Onlineshopin höheren Tarifenmit WooCommerce
Anbieter wechselnNeubau nötigUmzug zu anderem Hoster möglich
Laufende Kostenhöherniedriger

Was kostet beides über drei Jahre?

Die laufenden Kosten sind beim Baukasten höher, dafür steckst du weniger Zeit hinein. Ein grobes Rechenbeispiel mit Erfahrungswerten, nicht mit Preisen bestimmter Anbieter:

BaukastenWordPress auf Webspace
Domain (.de), 3 Jahre3 × 2,99 €3 × 2,99 €
Tarif bzw. Hosting36 × 15 € = 540 €36 × 6 € = 216 €
Premium-Theme (einmalig)entfällt0 bis 80 €
Plugins mit Lizenzmeist entfällt0 bis 100 € pro Jahr
Eigene Arbeitszeit für Wartunggeringetwa eine Stunde pro Monat

Rechnest du deine Zeit mit ein, liegen beide oft näher beieinander, als die reinen Zahlen vermuten lassen. Wie sich Websitekosten insgesamt zusammensetzen, zeigt Was kostet eine Website?.

Achte bei Baukästen auf Einführungspreise. Wie bei Domains gilt auch hier: Der Preis im ersten Jahr ist nicht der Preis im dritten.

Wann ein Baukasten die bessere Wahl ist

  • Du willst eine kleine Seite mit fünf bis zehn Unterseiten.
  • Niemand in deinem Umfeld hat Lust auf Updates.
  • Die Seite soll in einer Woche stehen.
  • Die Website ist Visitenkarte, nicht Hauptgeschäft.

Typische Fälle: Handwerksbetrieb, Praxis, Fotografin, kleiner Verein. Gerade bei Vereinen mit wechselndem Vorstand hat ein Baukasten den Vorteil, dass Neue sich schnell zurechtfinden. Mehr zu Vereinen steht in Domain für den Verein.

Wann WordPress die bessere Wahl ist

  • Du planst einen Blog oder ein Magazin mit vielen Beiträgen.
  • Du brauchst besondere Funktionen, etwa Buchungen, Mitgliederbereich oder mehrsprachige Inhalte.
  • Du willst die Seite jederzeit zu einem anderen Hoster umziehen können.
  • Jemand im Team kümmert sich zuverlässig um Updates.

Ein Blog bekommt übrigens auch mit einer eigenen Endung wie .blog (34,99 € im Jahr) einen passenden Namen, auch wenn .de für die meisten reicht.

Die Pflege-Checkliste für WordPress

Wer sich für WordPress entscheidet, sollte diese Punkte regelmäßig erledigen:

  • Automatische Updates für WordPress-Kern aktiviert
  • Plugins und Themes monatlich aktualisiert
  • Nicht genutzte Plugins und Themes gelöscht
  • Tägliche oder wöchentliche Sicherung, außerhalb des Webspaces gespeichert
  • Admin-Konto mit starkem Passwort und Zwei-Faktor-Anmeldung
  • PHP-Version beim Hoster auf einer aktuell unterstützten Version

Wenn dir diese Liste schon beim Lesen zu viel ist, ist das eine ehrliche Antwort auf die Ausgangsfrage.

Ein Sonderfall: WordPress.com

WordPress.com sieht aus wie WordPress und ist es technisch auch. Es wird aber vom Anbieter Automattic betrieben und funktioniert wie ein Baukasten: Updates übernimmt der Anbieter, eigene Plugins gibt es erst in höheren Tarifen. Für Einsteiger ist das ein guter Mittelweg, wenn sie die WordPress-Oberfläche lernen, aber keine Server-Pflege wollen.

Was du beim Wechsel mitnehmen kannst

Ein Punkt, der beim Start selten bedacht wird: Was passiert, wenn du in zwei Jahren wechseln willst?

WasAus dem BaukastenAus WordPress
Texteper Hand kopieren, teils Export für BlogbeiträgeExport als XML-Datei, Import in anderes WordPress
Bildereinzeln herunterladenOrdner per FTP oder Plugin sichern
Designbleibt beim AnbieterTheme lässt sich mitnehmen
Domainnur, wenn sie bei dir liegtnur, wenn sie bei dir liegt
Google-Platzierungengehen leicht verloren, wenn sich Adressen der Unterseiten ändernbleiben eher erhalten

Das heißt nicht, dass Baukästen eine Falle sind. Es heißt nur, dass ein Wechsel dort einen Neubau bedeutet. Wer das weiß, entscheidet bewusster.

Unabhängig vom Werkzeug: die Domain gehört dir

Egal, wofür du dich entscheidest, registriere die Domain getrennt beim Registrar und nicht als Teil des Baukasten-Tarifs. Dann kannst du später wechseln, ohne die Adresse zu verlieren. Wie die Verbindung technisch funktioniert, steht in Domain mit Baukasten verbinden, den Gesamtplan beschreibt Eigene Website erstellen.

Den Namen kannst du schon jetzt bei betadomain auf freie Endungen prüfen. Was jede Endung im Jahr kostet, zeigt die Übersicht der Domain-Preise.

Domain gefunden? Prüfen und registrieren kannst du sie direkt bei Wunschdomain prüfen – Jahrespreis ab 2,99 €.

Häufige Fragen

Ist WordPress kostenlos?

Die Software WordPress von wordpress.org ist kostenlos und quelloffen. Du brauchst aber Webspace, auf dem sie läuft, und eine Domain. Kostenpflichtig sind oft auch Premium-Themes und einzelne Plugins.

Was ist der Unterschied zwischen WordPress.com und WordPress.org?

WordPress.org ist die freie Software, die du bei einem Hoster deiner Wahl installierst. WordPress.com ist ein Dienst der Firma Automattic, der WordPress gehostet anbietet und sich eher wie ein Baukasten verhält, mit Tarifen und Einschränkungen je nach Paket.

Kann ich später vom Baukasten zu WordPress wechseln?

Ja, aber meist nur per Hand. Texte und Bilder kopierst du, das Design baust du neu. Die Domain nimmst du problemlos mit, wenn sie bei einem eigenen Registrar liegt und nicht beim Baukasten.

Ist WordPress unsicher?

WordPress selbst wird aktiv gepflegt. Probleme entstehen meist durch veraltete Plugins und Themes. Wer automatische Updates aktiviert, wenige Plugins nutzt und regelmäßig sichert, ist gut aufgestellt.