Eigene Website erstellen: Der Plan für Einsteiger

Aktualisiert: 4 Min. Lesezeit Redaktion easy4host
Kurz gesagt

Eine eigene Website erstellst du als Einsteiger am einfachsten mit einem Homepage-Baukasten: Domain registrieren, Tarif wählen, Vorlage anpassen, Texte und Bilder einfügen, Impressum und Datenschutzerklärung ergänzen, Domain verbinden. Für eine kleine Seite mit fünf Unterseiten rechnest du mit einem Wochenende Arbeit und etwa 10 bis 25 € im Monat. WordPress ist flexibler, braucht aber mehr Einarbeitung.

Die meisten ersten Websites scheitern nicht an der Technik. Sie scheitern daran, dass jemand drei Abende lang Schriftarten ausprobiert und dann merkt, dass die Texte fehlen. Wer die Reihenfolge umdreht, ist schneller fertig.

Eigene Website erstellen: die drei Wege

Bevor du dich für ein Werkzeug entscheidest, hilft ein ehrlicher Blick auf Zeit, Budget und Anspruch.

Homepage-BaukastenWordPressFreelancer oder Agentur
BeispieleWix, Jimdo, Squarespace, WordPress.comWordPress.org auf eigenem Webspaceregionaler Webdesigner
Einarbeitungwenige Stundeneinige Tagekaum, aber Abstimmung
Laufende Kostenetwa 10 bis 25 € pro Monatetwa 3 bis 15 € pro Monat HostingHosting plus Wartungsvertrag
Einmalkostenkeineeventuell Theme, Pluginsoft vierstellig
Updatesmacht der Anbietermachst duje nach Vertrag
Anbieterwechselaufwendigeinfacheinfach, wenn WordPress

Die Preise sind Erfahrungswerte, keine Angebote. Wie sich Baukasten und WordPress im Alltag unterscheiden, vergleicht der Ratgeber Homepage-Baukasten oder WordPress ausführlich.

Meine Empfehlung für Einsteiger ohne Technikinteresse: ein Baukasten. Wer Spaß am Basteln hat oder später viel erweitern will, nimmt WordPress.

Schritt 1: Klären, was die Website leisten soll

Eine Website für eine Physiotherapie-Praxis muss andere Dinge können als ein Hochzeitsblog. Beantworte vorher schriftlich:

  • Wer soll die Seite besuchen?
  • Was sollen Besucher danach tun? Anrufen, buchen, kaufen, lesen?
  • Welche Seiten braucht es dafür wirklich?

Für die meisten kleinen Betriebe und Vereine reicht dieser Aufbau:

SeiteInhalt
StartseiteWer du bist, was du anbietest, wo, wie man Kontakt aufnimmt
Leistungen oder AngebotJe Leistung ein Absatz, gern mit Preisen
Über unsGesichter, Geschichte, Qualifikationen
KontaktTelefon, Mail, Adresse, Öffnungszeiten, Anfahrt
ImpressumPflichtangaben
DatenschutzPflicht, sobald Daten verarbeitet werden

Schritt 2: Domain sichern

Die Domain ist deine Adresse. Sie sollte dir gehören und nicht an den Baukasten gekoppelt sein, dann kannst du später wechseln, ohne die Adresse zu verlieren. Wie das geht, steht in Eigene Domain registrieren. Eine .de-Domain bei betadomain kostet 2,99 € im Jahr, die Verlängerung kostet dasselbe.

Schritt 3: Texte und Bilder vor dem Design

Schreib die Texte zuerst, in einem normalen Textprogramm. Kurze Absätze, konkrete Angaben. „Wir sind Ihr kompetenter Partner“ sagt nichts, „Fliesenarbeiten in Bad und Küche im Kreis Fulda, Termine meist innerhalb von zwei Wochen“ sagt viel.

Bei Bildern gilt: Eigene Fotos schlagen Stockfotos fast immer. Ein ordentliches Handyfoto der Werkstatt wirkt glaubwürdiger als ein lächelndes Model mit Headset. Und nutze nur Bilder, an denen du die Rechte hast.

Schritt 4: Website bauen

Im Baukasten wählst du eine Vorlage, die schon ungefähr passt, und ersetzt die Platzhalter durch deine Inhalte. Halte dich an zwei Schriften und zwei, drei Farben. Prüfe jede Seite auf dem Handy, denn dort lesen heute die meisten.

Bei WordPress installierst du WordPress beim Hoster, wählst ein Theme und legst die Seiten an. Plugins sparsam einsetzen: Jedes zusätzliche Plugin ist eine Stelle, die Updates braucht.

Schritt 5: Pflichtangaben nicht vergessen

Für Websites aus Deutschland gelten einige Regeln, hier stark verkürzt:

  • Impressum nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) bei geschäftsmäßigen Angeboten: Name, Anschrift, Kontakt, bei Firmen Registereintrag und gegebenenfalls Umsatzsteuer-ID.
  • Datenschutzerklärung nach der DSGVO, sobald du Daten verarbeitest. Ein Kontaktformular oder eingebundene Google-Karten reichen dafür.
  • Einwilligung für Cookies und Tracking nach dem TDDDG, wenn du Statistik- oder Werbedienste einbindest, die nicht unbedingt nötig sind.

Generatoren für Impressum und Datenschutzerklärung helfen beim Start. Bei einem Shop oder besonderen Diensten lohnt eine rechtliche Prüfung.

Schritt 6: Domain verbinden und online gehen

Zum Schluss verbindest du deine Domain mit der Website. Beim Baukasten trägst du dafür meist einen A-Eintrag und einen CNAME-Eintrag im DNS ein, kleine Wegweiser, die Besucher zum richtigen Server schicken. Die genaue Anleitung steht in Domain mit Baukasten verbinden.

Danach prüfst du: Lädt die Seite mit und ohne „www“? Zeigt der Browser das Schloss für HTTPS? Kommt eine Testanfrage über das Kontaktformular an?

Die häufigsten Anfängerfehler

Aus vielen ersten Websites kenne ich diese Muster:

  • Zu viele Unterseiten. Zwölf Menüpunkte, auf der Hälfte steht „Inhalt folgt“. Lieber fünf fertige Seiten.
  • Telefonnummer nur als Bild. Auf dem Handy lässt sie sich dann nicht antippen. Schreib sie als Text.
  • Kein klarer nächster Schritt. Jede Seite sollte enden mit „Ruf an“, „Schreib uns“ oder „Termin buchen“.
  • Domain beim Baukasten gekauft. Bequem, aber beim Wechsel umständlich.
  • Riesige Fotos. Bilder direkt aus der Kamera mit 8 MB bremsen die Seite. Die meisten Baukästen verkleinern automatisch, bei WordPress hilft ein Plugin oder vorheriges Verkleinern.
  • Nie wieder angefasst. Öffnungszeiten von 2023 schaden mehr als gar keine. Plane einmal im Quartal zehn Minuten zum Durchsehen ein.

Was das insgesamt kostet

Für eine einfache Seite mit Baukasten sind 150 bis 350 € im Jahr realistisch, inklusive Domain. Mit WordPress auf günstigem Webspace geht es darunter, dafür steckst du mehr Zeit hinein. Durchgerechnete Beispiele findest du in Was kostet eine Website?.

Wenn Zielgruppe und Seitenliste stehen, ist der nächste Schritt der Name. Gib ihn in die Domain-Suche ein und schau, was frei ist. Wer mehrere Endungen vergleichen möchte, findet sie in der Preisliste mit allen Endungen.

Schritt für Schritt

  1. Ziel und Seiten festlegenSchreibe auf, wofür die Website da ist und welche fünf bis sieben Seiten sie braucht.
  2. Domain registrierenSichere dir einen kurzen Namen, für Deutschland meist mit .de.
  3. Werkzeug wählenBaukasten für schnellen Start, WordPress für mehr Freiheit, Profi bei wenig Zeit.
  4. Inhalte vorbereitenTexte schreiben und eigene Fotos auswählen, bevor du das Design anfasst.
  5. Seite aufbauenVorlage wählen, Inhalte einfügen, Kontaktmöglichkeit einbauen.
  6. Pflichtseiten ergänzenImpressum und Datenschutzerklärung anlegen und im Fußbereich jeder Seite verlinken.
  7. Domain verbinden und veröffentlichenA- und CNAME-Eintrag beim Registrar setzen, HTTPS prüfen, Seite freischalten.

Domain gefunden? Prüfen und registrieren kannst du sie direkt bei Domains mit festem Jahrespreis – Jahrespreis ab 2,99 €.

Häufige Fragen

Kann ich eine Website komplett kostenlos erstellen?

Mit Gratis-Tarifen von Baukästen ja, aber mit Werbung und einer Adresse wie name.anbieter.com. Für einen Betrieb wirkt das unprofessionell. Eine eigene Domain kostet ab 2,99 € im Jahr, und viele Baukästen verlangen für deren Nutzung einen bezahlten Tarif.

Wie lange dauert es, eine eigene Website zu erstellen?

Die Technik ist mit einem Baukasten in einer Stunde eingerichtet. Die meiste Zeit kosten Texte und Fotos. Für eine einfache Seite mit Startseite, Leistungen, Über uns, Kontakt und Pflichtseiten plant man realistisch ein bis zwei Wochenenden.

Brauche ich Programmierkenntnisse?

Nein. Baukästen und WordPress funktionieren ohne Code. Hilfreich ist ein grobes Verständnis davon, was Domain, Hosting und DNS sind, weil du die Domain einmal mit der Website verbinden musst.

Muss meine Website ein Impressum haben?

Wenn sie geschäftsmäßig ist, ja, nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz. Das betrifft Selbstständige, Firmen und meist auch Vereine. Eine Datenschutzerklärung brauchst du fast immer, sobald die Seite personenbezogene Daten verarbeitet, etwa über ein Kontaktformular.