Für ein Publikum in Deutschland ist .de die beste Domain-Endung: bekannt, vertrauenswürdig und mit 2,99 € im Jahr eine der günstigsten. Eine .com lohnt sich bei internationalen Kunden, .eu bei mehreren EU-Ländern. Neue Endungen wie .online oder .shop sind eine Notlösung, wenn der Name als .de vergeben ist, und kosten meist deutlich mehr.
Neulich fragte ein Fotograf, ob .photography nicht „professioneller“ wirke als .de. Die ehrliche Antwort: Für seine Kunden aus dem Rhein-Main-Gebiet nicht. Die meisten Menschen tippen aus Gewohnheit .de, und wer seine Adresse auf eine Visitenkarte druckt, will, dass sie beim ersten Versuch funktioniert.
Welche Domain-Endung für wen? Die Kurzübersicht
Eine Domain-Endung, auch TLD (Top-Level-Domain) genannt, ist der Teil nach dem letzten Punkt. Es gibt Länderendungen wie .de oder .at, allgemeine wie .com oder .org und seit 2013 hunderte neue Endungen wie .online, .shop oder .berlin.
| Deine Situation | Empfehlung | Preis pro Jahr |
|---|---|---|
| Betrieb, Praxis, Verein in Deutschland | .de | 2,99 € |
| Kunden weltweit, englischsprachig | .com | 14,99 € |
| Kunden in mehreren EU-Ländern | .eu | 10,99 € |
| Gemeinnütziges Projekt mit internationalem Bezug | .org | 15,99 € |
| Onlineshop, .de bereits vergeben | .shop | 38,99 € |
| Allgemeines Projekt, klassische Endungen weg | .online | 41,99 € |
| Österreich oder Schweiz | .at oder .ch | 13,99 € / 17,99 € |
Die Tabelle ist bewusst einfach. In neun von zehn Fällen, die mir begegnen, ist die Antwort .de.
Warum .de für die meisten reicht
Mit über 17 Millionen registrierten Adressen ist .de laut DENIC eine der größten Länderendungen der Welt. Das hat praktische Folgen: Deutsche Internetnutzer erwarten sie. Wer baeckerei-schmitt hört, tippt .de dahinter, ohne nachzudenken.
Dazu kommt der Preis. Die DENIC verlangt von Registraren vergleichsweise wenig, deshalb gehört .de zu den günstigsten Endungen überhaupt. Bei betadomain kostet sie 2,99 € im Jahr, auch bei der Verlängerung.
Ein Hinweis zu Umlauten: Seit 2004 sind bei .de auch Namen wie bäckerei.de möglich. Technisch heißt das IDN (internationalisierter Domainname). Viele Besucher tippen aber trotzdem „ae“. Wenn du die Umlaut-Variante nimmst, sichere die Schreibweise ohne Umlaut gleich mit.
.de oder .com: Wann lohnt sich die internationale Endung?
Eine .com lohnt sich, wenn ein großer Teil deiner Besucher nicht aus Deutschland kommt. Typische Fälle: Software, ein englischsprachiger Blog, ein Shop mit Versand in viele Länder.
Für Google ist die Endung übrigens kein Qualitätsmerkmal. Eine .de wird automatisch Deutschland zugeordnet. Eine .com gilt als neutral, die Sprache und der Inhalt der Seite bestimmen dann, wo sie angezeigt wird. Wer in Deutschland verkauft, verliert mit .de also nichts.
Häufig sinnvoll: beide sichern. Die .de ist die Hauptadresse, die .com leitet dorthin weiter. So landet niemand bei einem Fremden, der zufällig die .com besitzt. Wie viel das zusätzlich kostet, siehst du auf der .com-Seite von betadomain.
Neue Domain-Endungen: Chance oder Kostenfalle?
Endungen wie .online, .shop, .website oder .studio klingen modern und sind oft noch mit kurzen Namen zu haben. Zwei Dinge solltest du wissen.
Erstens der Preis. Viele neue Endungen werden im ersten Jahr für ein paar Euro angeboten. Ab dem zweiten Jahr verlangen manche Anbieter dann 30, 40 oder mehr Euro. Ein Beispiel mit den Jahrespreisen bei betadomain:
| Endung | Preis pro Jahr | Kosten über 5 Jahre |
|---|---|---|
| .de | 2,99 € | 5 × 2,99 € |
| .com | 14,99 € | 5 × 14,99 € |
| .online | 41,99 € | 5 × 41,99 € |
| .shop | 38,99 € | 5 × 38,99 € |
| .website | 29,99 € | 5 × 29,99 € |
Zweitens die Wahrnehmung. Manche Menschen halten unbekannte Endungen für unseriös, und einige Firmen-Spamfilter sind bei exotischen Endungen strenger. Das ist kein Grund, sie zu meiden, aber ein Grund, sie nicht ohne Not zu nehmen.
Sinnvoll sind neue Endungen, wenn sie etwas über dich sagen, das .de nicht sagt. Ein Restaurant in Berlin kann mit .berlin (53,99 €) punkten, ein Onlineshop mit .shop. Eine Steuerberatung mit .online eher nicht.
Domain-Endung wählen: Fragen, die du dir stellen solltest
Diese Checkliste hilft, wenn du unschlüssig bist:
- Wo wohnen die meisten meiner Kunden oder Leser?
- Ist mein Wunschname als .de noch frei? Wenn ja: fertig.
- Wenn nicht: Gibt es eine kleine Namensvariante, die als .de frei ist? Das ist meist besser als eine fremde Endung.
- Erfülle ich die Bedingungen der Endung? Für .eu brauchst du einen Wohnsitz oder Sitz in der EU oder im EWR.
- Was kostet die Verlängerung, nicht das erste Jahr?
- Kann ich die Adresse am Telefon ohne Erklärung durchgeben?
Wer gerade einen Vereinsnamen sucht, findet im Ratgeber Domain für den Verein eigene Überlegungen zu .de, .org und Stadtendungen.
Mehrere Endungen, eine Website
Wer .de und .com besitzt, sollte nicht zwei Websites betreiben. Eine Endung ist die Hauptadresse, die andere leitet per Weiterleitung dorthin. Das richtest du beim Hoster oder Baukasten ein, oft mit einem Klick. So bündelst du Besucher und vermeidest, dass Google zwei identische Seiten sieht.
Was die Endung nicht beeinflusst
Die Endung hat keinen Einfluss darauf, wie schnell deine Seite lädt, ob sie sicher ist oder ob du E-Mail-Adressen einrichten kannst. Jede Endung funktioniert technisch gleich. Auch ein HTTPS-Zertifikat bekommst du für jede Endung.
Für einige neue Endungen, darunter .app und .dev, gilt allerdings eine Besonderheit: Browser rufen sie nur verschlüsselt auf. Das ist kein Problem, solange dein Hoster oder Baukasten automatisch ein Zertifikat ausstellt, was heute fast alle tun.
Nach der Wahl der Endung folgt die eigentliche Registrierung. Wie die abläuft, erklärt die Anleitung Eigene Domain registrieren, und worauf du beim Bestellen achten solltest, die Checkliste zum Domainkauf. Am schnellsten klärst du die Frage aber praktisch: Gib deinen Namen in die Suche nach freien Domains ein und schau, welche Endungen noch zu haben sind.
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Häufige Fragen
Ist .de oder .com besser für Google?
Für Google zählt die Endung als Länder-Signal, nicht als Qualitätsmerkmal. Eine .de wird automatisch Deutschland zugeordnet, eine .com gilt als international. Wer nur in Deutschland verkauft, hat mit .de keinen Nachteil, eher einen kleinen Vorteil beim Vertrauen der Besucher.
Sollte ich mehrere Endungen gleichzeitig registrieren?
Für eine Marke oder einen Betrieb lohnt es sich oft, die .de und die .com zu sichern und die zweite auf die erste weiterzuleiten. Mehr als zwei oder drei Endungen brauchen Einsteiger selten.
Darf ich als Privatperson eine .com nehmen?
Ja. .com, .net, .org und .info haben keine Zugangsbeschränkung. Einschränkungen gibt es bei einigen Länderendungen, etwa .eu, für die du in der EU oder im EWR wohnen oder ansässig sein musst.
Warum ist meine neue Endung im zweiten Jahr so teuer?
Viele neue Endungen werden im ersten Jahr mit Rabatt verkauft. Der reguläre Preis der Registry liegt oft bei 30 bis 60 € im Jahr. Prüfe deshalb immer den Verlängerungspreis, bevor du bestellst.