Beim Domainkauf solltest du vor allem auf drei Dinge achten: Du selbst oder deine Firma steht als Inhaber eingetragen, der Verlängerungspreis ist bekannt und nicht nur das Angebot fürs erste Jahr, und die Domain lässt sich per Auth-Code jederzeit zu einem anderen Anbieter umziehen. Außerdem prüfst du Markenrechte und sicherst dein Kundenkonto mit Zwei-Faktor-Anmeldung.
Eine Domain zu bestellen dauert fünf Minuten. Die Fehler, die man dabei machen kann, kosten manchmal Jahre: die Agentur als Inhaberin, eine Verlängerung für 40 €, die niemand bemerkt hat, oder ein Name, der einer Marke zu nah kommt. Diese Liste hat genau den Zweck, das zu vermeiden.
Domain kaufen: Was beachten, bevor du bestellst?
Kurz zur Begrifflichkeit: „Kaufen“ ist umgangssprachlich. Tatsächlich registrierst du die Domain für ein Jahr oder länger und verlängerst sie dann. Der Anbieter heißt Registrar, die Stelle hinter der Endung Registry, für .de ist das die DENIC.
Die folgenden Punkte sind nach Reihenfolge sortiert, in der sie bei einer Bestellung auftauchen.
Die Checkliste: 12 Punkte zum Abhaken
Vor der Bestellung
- 1. Name am Telefon getestet. Ohne Buchstabieren verständlich, maximal ein Bindestrich.
- 2. Markenrecht grob geprüft. Eine Suche im Register des DPMA (Deutsches Patent- und Markenamt) und bei Google zeigt, ob jemand den Namen schon als Marke nutzt.
- 3. Endung bewusst gewählt. Für Deutschland meist .de. Hilfe bei der Wahl gibt Welche Domain-Endung passt?.
- 4. Schreibvarianten bedacht. Bei Umlauten die ae/oe/ue-Version, bei häufigen Tippfehlern eventuell beide.
Bei der Bestellung
- 5. Verlängerungspreis gelesen. Steht er nicht direkt beim Angebot, frag nach oder such weiter.
- 6. Du bist Inhaber. Nicht der Webdesigner, nicht der Mitarbeiter, sondern du oder deine Firma.
- 7. Echte Kontaktdaten. Falsche Daten können bei .de und .com zur Löschung führen.
- 8. Keine Zwangskopplung. Die Domain ist einzeln kündbar und nicht an ein Hosting-Paket gebunden.
Nach der Bestellung
- 9. Bestätigungsmail beantwortet. Für .com, .net und andere ICANN-Endungen musst du die Inhaber-Mailadresse bestätigen.
- 10. Zwei-Faktor-Anmeldung aktiv. Wer dein Kundenkonto übernimmt, übernimmt die Domain.
- 11. Ablaufdatum notiert und Zahlungsmittel aktuell.
- 12. Auth-Code abrufbar. Teste einmal, ob du ihn im Konto findest. Das zeigt, dass du jederzeit wechseln kannst.
Der Verlängerungspreis ist der eigentliche Preis
Die meisten Fallen beim Domainkauf haben mit Geld zu tun. Ein Beispiel über fünf Jahre:
| Lockangebot (Beispiel) | Fester Jahrespreis bei betadomain | |
|---|---|---|
| Jahr 1 | 0,99 € | 2,99 € |
| Jahr 2 bis 5 | 4 × 14,99 € = 59,96 € | 4 × 2,99 € |
| Summe .de | 60,95 € | 5 × 2,99 € |
Bei neuen Endungen ist der Abstand oft noch größer, weil der reguläre Preis 30 bis 60 € im Jahr betragen kann. Bei betadomain gibt es dieses Spiel nicht: Der Preis im ersten Jahr ist der Preis jeder Verlängerung. Alle Endungen stehen in der Preisübersicht mit Verlängerungspreisen.
Wer als Inhaber eingetragen ist, dem gehört die Domain
Dieser Punkt wird am häufigsten unterschätzt. Inhaber ist, wer im Datensatz der Registry steht. Nur der Inhaber kann über die Domain verfügen, sie umziehen oder kündigen.
Typische Fälle, in denen das schiefgeht:
- Der Webdesigner registriert die Domain auf sich, „weil es schneller geht“. Jahre später ist er nicht mehr erreichbar.
- Beim Verein steht der frühere Vorsitzende privat als Inhaber drin. Mehr dazu im Ratgeber zur Domain für den Verein.
- Eine GmbH wird gegründet, die Domain läuft aber noch auf den Gründer privat.
Ein Dienstleister kann trotzdem alles einrichten. Er braucht dafür Zugang zur DNS-Verwaltung, nicht die Inhaberschaft.
Rechtliches in zwei Absätzen
Domains werden nach dem Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ vergeben. Das schützt dich aber nicht, wenn jemand ältere Rechte am Namen hat. Das betrifft Marken (Markengesetz), Unternehmenskennzeichen und Namen von Personen oder Städten (§ 12 BGB).
Für eine Fantasiebezeichnung oder deinen eigenen Namen ist das Risiko gering. Willst du einen Namen nutzen, der einer bekannten Marke ähnelt, sprich vorher mit einem Anwalt.
Was du nicht brauchst
Beim Bestellen werden gern Extras angeboten. Einige davon brauchen Einsteiger in der Regel nicht:
| Angebot | Brauchst du es? |
|---|---|
| Whois-Datenschutz gegen Aufpreis | Bei .de und den meisten Endungen werden persönliche Daten ohnehin nicht öffentlich angezeigt |
| SSL-Zertifikat für 50 € im Jahr | Baukästen und die meisten Hoster stellen kostenlose Zertifikate aus |
| „SEO-Paket“ zur Domain | Nein |
| Zehn Endungen im Bundle | Meist reichen eine oder zwei |
Für ein Jahr oder gleich für mehrere?
Viele Endungen wie .com lassen sich für bis zu zehn Jahre im Voraus registrieren, .de wird jährlich verlängert. Mehrjährige Laufzeiten haben einen Vorteil: Du kannst die Verlängerung nicht vergessen. Der Nachteil: Du bindest Geld, und ein Anbieterwechsel ist weniger attraktiv, solange die Laufzeit läuft.
Für Einsteiger ist ein Jahr mit automatischer Verlängerung meist die beste Wahl. Wichtig ist nur, dass das hinterlegte Zahlungsmittel aktuell bleibt. Abgelaufene Kreditkarten sind ein häufiger Grund, warum Domains unbemerkt auslaufen.
Läuft eine Domain doch einmal ab, gibt es eine Schonfrist. Bei .com und anderen ICANN-Endungen folgt auf den Ablauf in der Regel eine Wiederherstellungsphase von 30 Tagen, bei .de ebenfalls. Die Rückholung kostet dann meist deutlich mehr als eine normale Verlängerung.
Domain gekauft, und jetzt?
Danach entscheidest du, wofür die Domain arbeiten soll. Für eine Adresse wie [email protected] hilft der Ratgeber E-Mail mit eigener Domain. Für eine Website erklärt Eigene Website erstellen die Wege.
Wenn du die Checkliste bis Punkt 4 abgehakt hast, kannst du den Namen direkt auf Verfügbarkeit prüfen und die .de-Domain zum festen Jahrespreis sichern.
Domain gefunden? Prüfen und registrieren kannst du sie direkt bei günstige Domain sichern – Jahrespreis ab 2,99 €.
Häufige Fragen
Kann ich eine Domain kaufen, die schon vergeben ist?
Nur, wenn der Inhaber sie verkaufen will. Du kannst ihn über seine Website oder über den Registrar kontaktieren. Bei .de gibt es außerdem den DENIC-Dispute-Eintrag, wenn du ein eigenes Recht am Namen hast, etwa als Firma oder Namensträger.
Was ist ein Auth-Code?
Der Auth-Code ist ein Passwort für den Umzug einer Domain zu einem anderen Registrar. Dein bisheriger Anbieter muss ihn dir auf Anfrage herausgeben. Ohne ihn kannst du die Domain nicht wechseln.
Ist eine Domain „inklusive“ wirklich kostenlos?
Selten. Sie ist im Paketpreis enthalten und hängt meist an der Laufzeit des Pakets. Kündigst du das Hosting, musst du die Domain umziehen oder sie wird gelöscht.
Wie lange im Voraus sollte ich eine Domain kaufen?
Sobald der Name feststeht. Domains werden nach dem Prinzip „wer zuerst kommt“ vergeben. Bei einer Firmengründung lohnt es sich, die Domain zu sichern, bevor der Name öffentlich wird.